Aus der Champagne 🥂 Zu Besuch bei renommierten Champagnerhäusern

Aus der Champagne 🥂 Zu Besuch bei renommierten Champagnerhäusern

Tag 1 – Ein Abend in der Maison Belle Époque von Perrier-Jouët

Nach einem erlebnisreichen ersten Tag in der Champagne steht am Abend ein ganz besonderer Höhepunkt auf dem Programm. Unsere Gruppe aus Köln macht sich auf den Weg nach Épernay, in die weltberühmte Avenue de Champagne. Kaum eine Straße der Welt vereint so viele große Namen der Champagnerkultur an einem Ort. Wie Perlen an einer Kette reihen sich hier die traditionsreichen Häuser aneinander.

Für diesen besonderen Anlass haben sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in elegante Abendgarderobe gehüllt. Die Vorfreude ist spürbar, denn uns erwartet ein exklusives 5-Gang-Menü Dinner im Hause Perrier-Jouët – begleitet von einigen der prestigeträchtigsten Champagner des Hauses.

Pünktlich um 19 Uhr öffnen sich die Tore der Maison Belle Époque in der Avenue de Champagne 26. Schon beim Empfang von Isabel werden wir mit einer Herzlichkeit und Aufmerksamkeit begrüßt, die den gesamten Abend prägen wird.

Kunst, Natur und Champagner

Perrier-Jouët zählt zu den traditionsreichsten Champagnerhäusern der Region. Gegründet im Jahr 1811, steht das Haus bis heute für elegante, florale Champagner mit einem hohen Chardonnay-Anteil. Weltweit bekannt sind die Belle-Époque-Flaschen und Gläser mit ihren weißen Anemonen, die der berühmte Jugendstil-Künstler Émile Gallé im Jahr 1902 entwarf.

Doch Perrier-Jouët ist weit mehr als ein Champagnerhaus. Die Maison Belle Époque beherbergt eine der bedeutendsten privaten Jugendstil-Sammlungen Europas. Kunstwerke von Émile Gallé, Hector Guimard und Louis Majorelle verleihen dem Anwesen eine einzigartige Atmosphäre. Jeder Raum erzählt seine eigene Geschichte und verbindet auf faszinierende Weise Kunst, Natur und Champagner.

Mit einem Glas Champagner in der Hand werden wir zunächst durch den privaten Garten der Maison geführt. Die Abendsonne taucht die Anlage in warmes Licht, und die ersten Gespräche drehen sich bereits um die Eindrücke des Tages. Die Begeisterung in unserer Kölner Gruppe wächst mit jedem Schritt.

Anschließend betreten wir den festlich gedeckten Speisesaal. Ein langer Tisch, geschmückt mit floralen Arrangements, empfängt uns. Die Blumen Dekoration greift die Handschrift des Hauses auf und spiegelt die Leichtigkeit und Eleganz der Belle Époque wider.

Ein Menü voller Raffinesse

Das Menü wurde von Pierre Gagnaire inspiriert und von Sébastien Morellon, Chefkoch der Maison Belle Époque, meisterhaft umgesetzt. Jeder Gang ist nicht nur kulinarisch beeindruckend, sondern auch durch die Kellermeisterin Séverine Frerson präzise auf die jeweiligen Champagner abgestimmt.

Perrier-Jouët Blanc de Blancs
Begleitung:
Rotbarbe in Gelee mit Fenchel und Sternanis
Schalentiere nach Marinière-Art
Junger Lauch
Entenstopfleber- und Paprika-Tarte an Kapuzinerblättern

Perrier-Jouët Belle Epoque Blanc de Blancs 2018
Begleitung:
Blaues Hummerfrikassee mit salziger Butter, Cocos de Paimpol und Karotten
Hummerrillette mit Estragon und Kapuzinerkresseblättern
Hummerbiskuit mit Cognac Martell X.O.

Perrier-Jouët Belle Epoque 2016
Begleitung:
Tomaten-Ricotta-Ravioli mit Pilzen
Bouillon Zezette

Perrier-Jouët Belle Epoque Rosé 2014
Begleitung:
Taube mit Johannisbeer-Bigarade
Gegrilltes Obst und Gemüse der Saison
Artischockenpüree mit gerösteten Haselnüssen

Perrier-Jouët Belle Epoque Rosé 2014
Dessertbegleitung:
Himbeer-Eiscreme mit frischen Mandeln
Rote Früchte in Grapefruitsaft
Dulcey-Schokolade
Rosé-Champagner-Granita mit Aprikose und Haselnusspraline

Harmonie von Champagner und Speise

Besonders beeindruckend war die Präzision der Kombinationen. Jeder Champagner schien die Speisen nicht nur zu begleiten, sondern ihnen eine zusätzliche Dimension zu verleihen.

Der Belle Epoque Blanc de Blancs 2018 überzeugte mit seiner Frische, feinen Mineralität und eleganten Zitrusnoten. Gemeinsam mit dem Hummer entstand eine außergewöhnlich harmonische Verbindung, die viele von uns nachhaltig beeindruckte.

Der Belle Epoque 2016 brachte florale Noten, Finesse und Struktur mit. Seine Eleganz unterstrich die feinen Aromen der Ravioli und der Pilze, ohne jemals dominant zu wirken.

Beim Belle Epoque Rosé 2014 trafen intensive rote Fruchtaromen auf die Kraft der Taube. Die Kombination aus Fruchtigkeit, Röstaromen und feiner Säure sorgte für Begeisterung am gesamten Tisch.

Zum Dessert zeigte derselbe Rosé noch einmal eine völlig neue Seite. Die Noten von Himbeeren, Erdbeeren und roten Früchten griffen die Aromen der Desserts perfekt auf und bildeten einen ebenso eleganten wie überraschenden Abschluss.

Jeder einzelne Gang war das wunderbare Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen Kellermeisterin Séverine Frerson und Chefkoch Sébastien Morellon. Frerson schrieb schon 2020 Geschichte, als sie als erste Frau in der über 200-jährigen Geschichte von Perrier-Jouët die Position der Chef de Caves übernahm.

Ein Abend, der in Erinnerung bleibt

Im Laufe des Abends wurde immer deutlicher, warum Perrier-Jouët zu den faszinierendsten Häusern der Champagne zählt. Hier geht es nicht nur um große Champagner. Kunst, Natur, Architektur und Kulinarik verschmelzen zu einem Gesamterlebnis, das weit über eine klassische Verkostung hinausgeht.

Als wir spät am Abend die Maison Belle Époque verlassen, sind die Gespräche in unserer Gruppe aus Köln voller Begeisterung. Jeder hat seinen persönlichen Favoriten gefunden, jeder nimmt besondere Erinnerungen mit nach Hause. Einige schwärmen vom Hummergang, andere von der Vorspeise, wieder andere von der einzigartigen Atmosphäre der Maison.

Eines jedoch teilen wir alle: die Dankbarkeit, einen so außergewöhnlichen Abend erlebt zu haben. Perrier-Jouët hat uns nicht nur große Champagner präsentiert, sondern einen Einblick in eine Welt gegeben, in der Genuss, Kultur und Gastfreundschaft auf höchstem Niveau zusammenfinden.

Mit vielen Eindrücken und großer Vorfreude auf den nächsten Tag in der Champagne treten wir die Rückfahrt an. Die Messlatte für die kommenden Besuche liegt nun ausgesprochen hoch. Fortsetzung folgt

Tag 1 - Vormittags: Besuch bei Veuve Fourny & Fils – Vertus - 16.06.2026

Bei unserem Besuch bei Veuve Fourny & Fils werden wir von Charles Fourny herzlich begrüßt, der gemeinsam mit seinem Bruder Emmanuel den Familienbetrieb in Vertus, im südlichen Teil der Champagne, führt.

Die Region wird hier auch als Côte des Blancs bezeichnet. Charles erklärt uns anschaulich, warum: Er zeigt uns einen Stein, der fast reine Kreide ist – ein typisches Merkmal der Böden dieser Gegend. Diese kalkreichen Kreideböden prägen die Weine entscheidend, insbesondere den Chardonnay, der hier seine ganze Eleganz, Frische und Präzision entfalten kann. Pinot Noir spielt ebenfalls eine Rolle und bringt Struktur und Kraft in die Cuvées, während Chardonnay für Finesse und Spannung sorgt.

Alle Champagner des Hauses stammen aus Premier- und Grand-Cru-Lagen. Die Arbeit im Weinberg ist intensiv: Rund 280 Arbeitsstunden pro Hektar sind notwendig. Die Qualität entsteht aus etwa 50 verschiedenen Parzellen, die in komplexen Assemblagen über mehrere Jahrgänge hinweg zusammengeführt werden. Ein Teil davon besteht aus Reserveweinen, und die Weine reifen mindestens drei Jahre auf der Feinhefe.

Wir bekommen eine besondere Kellerführung, jährlich verkauft das Haus rund 280.000 Flaschen. Hier lagern mehr als eine Million Flaschen in den Kellern.

Charles erklärt uns, dass für die Herstellung von 1 Liter Champagner etwa 600 Liter Wasser benötigt werden, was den hohen Ressourcenaufwand der Produktion verdeutlicht. Einen Teil davon wird von Photovoltaik Anlagen gedeckt.

Nach der Kellerführung führt uns Charles in den Verkostungsraum, wo wir mit einer persönlichen Verkostungsunterlage willkommen geheißen werden. Ich bemerke wie der Text auf der Unterlage “Herzlich willkommen liebe deutsche Freunde“ ein Lächeln auf die Gesichter meiner Gruppe aus Köln zaubert. Nun dürfen wir die Champagner des Hauses entdecken.

Veuve Fourny & Fils – Dossiers zur Verkostung

Die Verkostung beginnt mit einem Flight Blanc-de-Blancs-Champagnern aus den Premier-Cru-Lagen von Vertus, gefolgt von Jahrgangschampagnern, einer gastronomisch geprägten Cuvée, die für sich steht und drei charakterstarken Rosés.

Die Verkostung bei Veuve Fourny & Fils – Vertus

Erster Flight

Les Grands Terroirs Brut Premier Cru
100 % Chardonnay

In der Nase frische Zitrusnoten, weißer Pfirsich, grüne Äpfel sowie feine Brioche- und Kreidearomen. Am Gaumen elegant, präzise und ausgewogen mit feiner Perlage, lebendiger Säure und langem, mineralischem Ausklang.

Für mich die prestigeträchtige Cuvée des Hauses, die den Stil von Veuve Fourny besonders fein und terroirgeprägt widerspiegelt. Sie vereint Frische, Finesse und Herkunft zu einem authentischen Ausdruck der Premier-Cru-Lagen von Vertus.

Blanc de Blancs Extra Brut Premier Cru
100 % Chardonnay

In der Nase feine Noten von Zitronenzeste und weißen Blüten. Am Gaumen straff, fokussiert und präzise, die geringe Dosage betont Frische und Mineralität.

Ein sehr klarer, terroirgeprägter Blanc de Blancs – geradlinig, elegant und ideal als Aperitif.

Blanc de Blancs Brut Nature Premier Cru
100 % Chardonnay

Zitrusfrüchte, Austernschale und feine Hefenoten prägen die Nase. Am Gaumen puristisch, salzig-mineralisch und kompromisslos trocken.
Ein unverfälschter Ausdruck von Chardonnay und Terroir ohne Dosage – in seiner reinsten Form.

Zweiter Flight

Monts de Vertus 2017 Extra Brut Premier Cru
100 % Chardonnay | Jahrgang 2017

Reife Zitrusfrüchte, gelber Apfel, weiße Blüten und feine Röstaromen in der Nase. Am Gaumen kraftvoll und zugleich elegant mit präziser Säure, mineralischem Kern und großer Länge.

Ein Jahrgangschampagner aus einer der besten Parzellen von Vertus, der Terroir und Jahrgang klar widerspiegelt.

Cuvée „R“ Extra Brut Premier Cru
Chardonnay-dominiert, ergänzt durch Reserveweine

In der Nase reife Früchte, Brioche, Haselnuss und feine Gewürze. Am Gaumen tiefgründig, strukturiert und cremig mit langem Nachhall.

Ein gastronomischer Champagner mit großer Vielschichtigkeit und idealer Begleiter zu Speisen von Meeresfrüchten bis Kalb.

Dritter Flight – Rosé-Champagner

Rosé Brut Premier Cru

Himbeeren, Walderdbeeren, rote Johannisbeeren und Rosenblüten in der Nase. Am Gaumen frisch, fruchtig und lebendig.

Ein charmanter, animierender Aperitif-Champagner mit viel Trinkfreude.

Rosé Vinothèque MV17 Extra Brut Premier Cru

Reife rote Früchte, Blutorange, getrocknete Blüten und Gewürze in der Nase. Am Gaumen komplex, gereift und vielschichtig mit großer Länge und cremiger Textur.

MV steht für „Multi Vintages“ (Basis 2017 plus Reserveweine), Vinothèque für lange gereifte Reserve-Cuvées mit zusätzlicher Tiefe und Komplexität.

Rosé de Saignée Extra Brut Vertus Premier Cru
100 % Pinot Noir (Les Rougemonts & Les Gilottes)

Intensive Aromen von Brombeeren, Kirschen, Walderdbeeren und Gewürzen. Am Gaumen kraftvoll, vinös und strukturiert mit großer Fruchttiefe.

Entsteht nach dem Saignée-Verfahren: kurze Mazeration der roten Trauben auf den Schalen, wodurch Farbe, Frucht und Struktur intensiv extrahiert werden. Ein charakterstarker, gastronomischer Rosé mit viel Ausdruck.

Die Verkostung hat meine Gruppe restlos begeistert. Schon der erste Tag war ein überaus gelungener Einstieg in die Champagnerwelt und hat bei uns einen starken, bleibenden Eindruck hinterlassen – besonders durch die bemerkenswerten Qualitäten der Champagner.

Besonders beeindruckt hat uns die Philosophie des Hauses, die durch Charles sehr deutlich wurde: herzlich, zuvorkommend und mit einer feinen Prise Humor. Alles wirkt so persönlich – wir kamen als Fremde und gehen als Freunde!

Gut gelaunt steigen wir ins Auto und setzen unsere Reise fort. Fortsetzung folgt …

Vorschau auf die Reise in die Champagne - 12.06.2026

"Nach der Prüfung ist vor der Prüfung.“

Dieser Satz von meiner Frankreich-Dozentin Christine Balais vom Gastronomischen Bildungszentrum Koblenz klingt bis heute nach – denn sie hatte recht. Ich freue mich sehr über diese persönliche und fachliche Weiterentwicklung.

Hätte mir damals jemand erzählt, dass ich einmal eine eigene Reise in die Champagne organisieren würde, ich hätte es kaum geglaubt.

Nächste Woche ist es nun so weit:

Gemeinsam mit sechs Champagner­begeisterten aus dem Kölner Raum besuche ich an drei Tagen einige der renommiertesten Champagner­häuser der Region. Die Begeisterung für die Champagne wurde während der Reisen mit Yvonne Heistermann geweckt und ist seitdem stetig gewachsen.

Auf unserem Programm stehen unter anderem:

🍾 Champagne Veuve Fourny & Fils
🍾 Perrier-Jouët
🍾 Champagne Philipponnat
🍾 Champagne Bollinger
🍾 Champagne Charles Heidsieck

Im erweiterten Rahmenprogramm werden wir die Avenue de Champagne, die Kathedrale zu Reims, gute Bars und Restaurants besuchen.

In den nächsten Tagen nehme ich euch mit auf diese Reise. Freut euch auf viele Eindrücke, spannende Begegnungen und besondere Orte und Momente aus der Champagne! 🍾🇫🇷

Wein über dem Missouri – Ein spontaner Besuch bei Les Bourgeois Vineyards, United States

Wein über dem Missouri – Ein spontaner Besuch bei Les Bourgeois Vineyards, United States

Eigentlich wollten wir nur wandern. Mein Mann und ich waren Anfang Mai auf dem berühmten Katy Trail unterwegs – einer ehemaligen Bahnstrecke, die heute zu den schönsten Rad- und Wanderwegen Missouris gehört. Unser Ausgangspunkt war das kleine Städtchen Rocheport. Der Trail verläuft hier direkt entlang des Missouri River, durch Felsen, Wälder und weite Flusslandschaften.

Während wir gemütlich dem Weg folgten, fiel mir ein Hinweis auf: ein Weingut in der Nähe. Ein Schild deutete einen Weg den Hang hinauf an. Natürlich waren wir sofort neugierig. Also folgten wir dem kleinen Abzweig.

Der Weg führte steil bergauf durch Bäume und wir wussten sofort, was uns mit „bluff“ erwartete, eine Steilküste entlang der Hänge oberhalb des Flusses. Nach einigen Minuten erschien ein sympathisches Schild am Wegesrand:

“There’s wine at the top.”

Motivation genug, weiterzugehen.

Oben angekommen öffnete sich plötzlich eine wunderschöne Fläche mit Weinreben, die sich über die Hügel oberhalb des Missouri River erstreckten. Gleich daneben ein Hinweisschild zu einem Wine Garden – und dahinter eine Terrasse mit einer wirklich spektakulären Aussicht auf den Fluss.

Hier oben befindet sich also „Les Bourgeois Vineyards“, eines der bekanntesten Weingüter Missouris.

Drinnen im Lokal A-Frame wurden wir von Jennifer, der Managerin herzlich empfangen. Sie erklärte uns die erstaunlich große Bandbreite der Weine des Hauses. Das Weingut arbeitet mit Rebsorten, die besonders gut zum Klima des mittleren Westens passen – darunter die Weißweinsorten Seyval Blanc, Chardonel oder Vignoles, alles Traubenbezeichnungen, die ich bis dato selten gehört hatte und eine Kreuzung zwischen europäischen Vitis Vinifera Reben und amerikanischen Wildreben bedeuten.

Im Rotweinbereich finden Norton, Chambourcin, Syrah und Merlot, auch Pinot Noir im Weingut Verwendung. Sogar die seltenere Tannat, die auch in Uruguay zu finden ist.

Natürlich interessierte mich, woher der Name Bourgeois kam. Adrian erläuterte mir, dass Curtis („Doc“) und Martha Bourgeois das Familienweingut 1974 mit 15-acre, das sind rund 6 ha, gründeten.

Nach den ersten Rebpflanzungen in 1982 war schon 1985 mit der ersten Ernte, einer Produktion von 5 Tonnen Trauben und ca. 500 Gallonen Wein (2270 liter) ein sehr erfolgreiches Jahr, es erfolgte in den 1990ern eine stärkere Expansion.

Mit dem Bau einer neuen Produktionsanlage in 2011 mit eigener Schaumweinproduktion werden rund 14 Hektar eigene Weinberge bewirtschaftet. Zusammen mit den Trauben von Vertragswinzern aus Missouri entspricht die Produktionsfläche insgesamt etwa 47 Hektar Rebfläche.
somit hat sich das Weingut endgültig als eines der größten Produzenten in Missouri etabliert.

Nach so vielen Eindrücken beschlossen wir, draußen eine Rast einzulegen.

Wir bestellten eine kleine Platte mit Käse, Schinken, Salami und Crackern – und dazu ein Glas Schaumwein aus Vidal Blanc, einer französisch-amerikanischen Weinrebe mit erfrischenden Säurewerten, die in Kanada für Eiswein bekannt ist.

Mit unseren Gläsern setzten wir uns auf die Terrasse.

Vor uns: der breite Missouri River.
Unter uns: die steilen Hänge der Flussbluffs.
Um uns herum: Weinreben und frühsommerliche Wärme.

Es war einer dieser unerwarteten Momente auf Reisen, die man nicht planen kann – und die deshalb umso schöner sind.

Leider mussten wir irgendwann wieder aufbrechen, um unseren Weg auf dem Katy Trail fortzusetzen, nicht ohne vorher noch eine Flasche Sparkling Wine gekauft zu haben.

Auf dem Rückweg nach unten entdeckten wir noch ein weiteres Schild am Wegesrand:

“Cheers – you made it.”
Ein perfekter Abschiedsgruß.

Kurz darauf standen wir wieder unten auf dem Katy Trail und setzten unsere Wanderung fort – mit dem Gefühl, zufällig eines der schönsten kleinen Weinerlebnisse Missouris entdeckt zu haben.

Rückblick: ZUKUNFTSWEINE auf der Hohen Bracht 🍷🌱

Rückblick: ZUKUNFTSWEINE auf der Hohen Bracht 🍷🌱

Am Freitag, den 21.11.2025 fand unsere fünfte Weinprobe auf der zauberhaft eingeschneiten Hohen Bracht, einem Aussichtsturm auf 588 m Höhe, statt. Die Gastgeber*in Melanie Schreiner, Dominik Büenfeld mit Team und ich hatten zu einer spannenden Entdeckungsreise der Zukunftsweine über den Glasrand hinweg eingeladen. Ich habe Weine von innovativen Winzer*innen präsentiert, die mir besonders am Herzen liegen. Denn schon seit meiner Bioladen-Zeit arbeite ich bewusst mit Winzer*innen zusammen, die nachhaltig und biologisch wirtschaften und so der Klimaerwärmung entgegenhalten.

Die präsentierten Winzer im Überblick:

  • Weingut Philipps Mühle mit Steillagen am Mittelrhein des UNESCO-Weltkulturerbes
  • Eva Vollmer, Piwi-Pionierin und Begründerin der Zukunftsweine aus Rheinhessen
  • Weingut Rings und Weingut Krebs von der Mittelhardt aus der Pfalz
  • Alois Lageder aus Südtirol

Ein besonderes Highlight war der prämierte Eiswein der Genossenschaft Britzingen aus dem Markgräflerland, hergestellt aus der pilzresistenten Traubensorte Souvenir Gris.

Kulinarisch wurden die Gäste mit Reibeküchlein mit geräucherten Forellenfilet, Hackfleischbällchen in Tomatensauce, pikanten Bergkäse- und Ricotta-Pistazien-Pralinen mit Quitten-Chutney und noch vielem mehr verwöhnt. Hier ging wirklich niemand hungrig nach Hause.

Für zusätzliche Spannung sorgte ein Weinwissen-Quiz, das die Gäste auf spielerische Weise herausforderte – und aus dem sogar spontan eine Sauerländer Wein-Genossenschaft gegründet wurde.

Ein besonderer Auftritt eines schottischen Fußballstars sorgte für viel Heiterkeit, und unsere Gäste blieben im Anschluss noch lange. Besonders schön war, dass Stammgäste, die bisher bei keiner Weinprobe gefehlt haben, ebenso wie viele neue Besucher*innen, den Abend so bereichert haben.

Es war ein rundum toller Abend voller nachhaltiger, überraschender und köstlicher Weine, Speisen und unvergesslicher Momente.

Aus den Medien

Aus den Medien

Link zum Artikel: Sauerland Kurier

Samstag, 25. Oktober 2025, Sauerland Kurier Kreis Olpe / Lokales

Ausgezeichnete Leidenschaft

Simone Kohzer zählt zu den besten 50 Sommeliers Deutschlands

Meggen – Als sie einen Brief mit goldenem Streifen bekommt, denkt Simone Kohzer zunächst „Lotteriepost“ – doch, weit gefehlt. Der Schlemmer Atlas informiert sie darüber, dass sie zu den besten 50 Sommeliers Deutschlands zählt. eine Ehrung, die laut Jörg Leu vom Schlemmer Atlas „höchste Anerkennung für herausragende Leistungen in der Weinbranche“ bedeutet. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Vorbildcharakter, Innovationskraft und regionale Bedeutung.

Vom Bioladen zur Weinsommelière

Im Gespräch mit der Weinsommelière aus Meggen wird schnell klar, warum sie diese Auszeichnung bekommen hat. „Wein ist meine Leidenschaft“, sagt Simone Kohzer – und das zeigt sich in ihrem beeindruckenden Wissen über Rebsorten, Anbaugebiete und Genusskultur. Ein Faible für Wein hat sie schon immer, auch wenn sie die Ausbildung zur Weinsommelière erst spät begonnen hat. Im Jahr 1989 eröffnet sie zunächst ihren eigenen Bioladen in Altenhundem. Bis 2011 führt sie diesen mit großer Begeisterung, hat Bio-Weine im Angebot und knüpft erste Kontakte zu Winzern.

Neue Herausforderung

2012 beginnt ein neues Kapitel. Simone Kohzer gibt ihren Bioladen in andere Hände und zieht mit ihrer Familie in die Niederlande. Für Simone Kohzer die Gelegenheit, sich mit Mitte 40 einer neuen Herausforderung zu stellen. Sie beginnt die Ausbildung zur Weinsommelière. „Anfangs war ich abgeschreckt vom Umfang der Ausbildung“, erzählt Simone Kohzer, aber ihre Familie habe ihr den Rücken gestärkt.

Und der Umfang einer solchen Ausbildung ist tatsächlich enorm. Neben fundierten Kenntnissen der internationalen Weinwelt müssen angehende Sommeliers auch Experten für andere Getränke wie Tee, Kaffee, Cocktails, Cognacs, Aperitifs, Digestifs und Whiskeys werden. Selbst Schokolade und Zigarren gehören zum Unterrichtsstoff, ergänzt durch Betriebswirtschaftslehre. Von anfänglich 19 Teilnehmern haben nur sechs die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, Simone Kohzer ist eine davon.

2015, zurück in Deutschland, macht sich die IHK-geprüfte Weinsommelière selbstständig. Unter dem Namen „Weinwissen Sauerland“ bietet sie Weinproben, Weinreisen und individuelle Veranstaltungen an. Ihr Wissen vertieft sie kontinuierlich – auf Reisen, bei Winzerbesuchen und durch Fortbildungen.

Ob Weinwanderung mit einem Junggesellinnenabschied, ein exklusiver französischer Weinabend als Geburtstagsüberraschung oder die Beratung von Hoteliers und Gastronomiebetrieben – Simone Kohzer bringt ihre Leidenschaft überall ein. Sie schult Mitarbeiter, gestaltet abwechslungsreiche Weinkarten und sorgt für genussvolle Erlebnisse.

Dabei geht sie immer mit großer Begeisterungsfähigkeit vor, „spielerisch kann man jeden dazu bringen, Geschmack und Freude am Wein zu entwickeln“, sagt sie. Am Anfang zählt nur „schmeckt oder schmeckt nicht“. Doch wer sich intensiver mit Wein beschäftigt, entwickelt mit der Zeit einen feineren Geschmack. Wer seinen Weingeschmack ausbilden möchte, dem empfiehlt sie, verschiedene Qualitäten zu probieren, verschiedene Rebsorten und Anbaugebiete. Sie selbst hat ein Herz für Raritäten, nicht unbedingt die teuren Raritäten, sondern Weine, die nicht jeder kennt, aus kleinen Randgebieten oder von besonderen Winzern. Auch die sogenannten Zukunftsweine liegen ihr am Herzen. Weine, die für mehr Nachhaltigkeit im Weinbau stehen, aus neuen Reben, an den Klimawandel angepasst. Oder auch die vielfältigen alkoholfreien Weine, gerade bei der Generation Z ständen diese hoch im Kurs.

Weinlaune im Bierland

Und wie ist es als Weinsommelière im Biertrinker-Sauerland? „Es gibt ein sehr großes Interesse am Wein, auch hier im Sauerland“, erklärt Simone Kohzer. Und es gibt einen Unterschied zwischen der Bier- und der Weinlaune. Während die Bierlaune laut und feierfreudig daherkommt, stehe die Weinlaune für die leiseren Töne, für tiefgründige Gespräche. Doch beide schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich vielmehr.

INGE SCHLEINING

Auszeichnung vom Schlemmer Atlas 2025

Auszeichnung vom Schlemmer Atlas 2025

Ausgezeichnet vom Schlemmer Atlas 2025: Simone Kohzer gehört zu den 50 besten Sommeliers für Handel & Beratung in Deutschland.

Als eine der 50 besten Sommeliers für Handel und Beratung in Deutschland vom Schlemmer Atlas 2025 ausgezeichnet zu werden ist mir eine große Ehre und würdigt meine Leidenschaft, mein fundiertes Wissen und meine Freude daran, Menschen kompetent und charmant in die faszinierende Welt des Weins zu begleiten – sowohl im privaten Rahmen als auch in Gastronomie und Handel.

Mit meinem Leitgedanken „Ein Glas Wein: Ihr Erlebnis – meine Leidenschaft!“ – verbinde ich Fachkompetenz mit persönlicher Note. Ich freue mich darauf, Sie auch weiterhin mit maßgeschneiderten Tasting-Events, Beratung oder Seminaren zu begeistern.